Mittsommer-Jûdô mit Jutta Milzer
am Samstag, 30. Juni 2012 in unserem Dôjô


10:30 -12:00 Uhr
"Kata is, wenn's de komisch gehst!"
geschichtliche und praktische Hintergründe in Theorie und Praxis zu Bewegungen und Handlungen der Kata, die uns auf dem ersten Blick seltsam erscheinen

13:00 -14:30 Uhr
Kata braucht jeder
praktische Umsetzung der Kata für verschiedene Trainingsschwerpunkte vom Wettkampf über die Selbstverteidigung bis hin zur Körperschulung

14:45 -16:15 Uhr
Kata für den Alltag
durch Kata entstehende Automatismen, die unser Training und sogar unseren Alltag positiv beeinflussen (können)

Jutta Milzer
Kata-oshi

Kote-gaeshi

Am Samstag, 30.06. richteten wir wieder unser alljährliches Mittsommer-Judo aus. Die Referentin Jutta Milzer (4. Dan) aus Hannover, die sich in den Jahren 2002 bis 2008 vier Goldmedaillen und zahlreiche weitere Platzierungen bei Kata-Weltmeisterschaften erarbeitete, bot einen Querschnitt aus ihrem reichhaltigen Wissen und machte deutlich, dass Kata eine hervorragende Möglichkeit bietet, Jûdô ein Leben lang zu üben. Wie gefragt dieser Themen-Bereich ist zeigt die Tatsache, dass der Lehrgang bereits zwei Wochen vor Meldeschluss ausgebucht war.

In der ersten halben Stunde erläuterte Jutta Milzer die vier Themen der Kôdôkan-Kata:

  • Randori-no-kata liefern die Grundlagen für den olympischen Wettkampf. Dieser in der Öffentlichkeit bekannteste Bereich des Jûdô umfasst allerdings nur ca. vier Prozent der Jûdô-Techniken.
  • Die Shôbu-no-kata basieren auf den alten Schlachtfeld-Techniken der Samurai und liefern das Wissen für die in letzter Zeit wieder verstärkt nachgefragte Jûdô-Selbstverteidigung
  • Die Taisô-no-kata bilden das Rückgrat für Judo als Fitness- und Gesundheitssystem. Sie sind so aufgebaut, dass sie den Körper stärken und flexibel halten und gerade für Neueinsteiger über 30 Jahre geeignet, Jûdô zu erlernen.
  • Die Ri-no-kata schließlich verdeutlichen die Theorien und Taktiken des Jûdô.

     

In der anschließenden Doppeleinheit übten die Teilnehmenden intensiv verschiedene Arten des Gehens im Stehen und Knien. Anschließend lehrte Jutta Milzer dazu mögliche Anwendungen zur Selbstverteidigung und Körperertüchtigung.

Nach der Mittagspause wählte Jutta Milzer den Schulterwurf, um die Vielfältigkeit des Judo zu demonstrieren. Zunächst wurde er als Teil der Körperertüchtigung unterrichtet. Viele Teilnehmende waren überrascht, wie anstrengend und körperlich fordernd diese einfach und schön anzuschauende Form ist. Anschließend wurde der Schulterwurf als Selbstverteidigung gegen eine Umklammerung von hinten unterrichtet. Zum Abschluss dieser Doppeleinheit wurde dann noch die allen geläufige Grundform des Schulterwurfes geübt und verfeinert.

Nach der Kaffee-Pause konkretisierte Jutta Milzer die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Kôdôkan-Kata durch Variation ihrer Anwendung. Sie zeigte auch, wie das darin enthaltene Wissen in den Alltag übertragen werden kann, um so den üblichen Gesundheitsproblemen unserer Zeit entgegen zu wirken. Jutta Milzer machte noch einmal deutlich, dass Jûdô mittels Kata in jedem Alter erlernt und praktiziert werden kann. In der Abschlussrunde fasste ein Teilnehmer den Lehrgang sehr prägnant zusammen: "Dieses Mittsommer-Jûdô ist ein Nachbrenner, von dem ich noch lange zerren werde."

Go-no-kata

Kata-mawashi
01.07.2012, Autor: Carsten Stiller, Fotos: Maja Kraft, Anne Patzwald